Theorien der Literaturwissenschaft

Jeewon
Kim
München

Literaturwissenschaft als Literatur/Wissenschaft

Die Asymmetrie zwischen den
 Unterscheidungen Text/Kommunikation und Person/Funktion
Ausgangsbeitrag: Gefahrenfall und Entempirisierung, in: Textpraxis # 7

Dieser Beitrag steht in einem hochinteressanten Kommunikationszusammenhang, der fast schon dasjenige exemplifiziert, worum es in dieser Kommunikation geht, nämlich um einen spezifischen Zusammenhang von Kommunikationen […] Es geht also um einen spezifischen Zusammenhang von Kommunikation(en), den man auf eine Weise als literarisch charakterisiert und ausweist, dass sich daraus die Konzeption eines Literatursystems ergibt.1

In seinem mit diesem Satz beginnenden Beitrag in der dritten Ausgabe von Textpraxis versucht Oliver Jahraus die Voraussetzung für diese ganze Serie von Repliken zu klären, dass nämlich Literatur ein System sei, das die Kopplungsform zwischen zwei unterschiedlichen Kommunikationszusammenhängen darstellt. Zum einen dem der Wissenschaft, zum anderen dem der Literatur. Mit ebendiesem Zitat beginnend richte ich meinen Blick nun also auf die Formen dieses Doppels zwischen Literatur und Wissenschaft, ohne direkt auf die schon als ein System konstituierte Literatur einzugehen, denn in diesem Falle handelt es sich lediglich um eine Seite dieses Doppels. Ich trete dementsprechend in diesem Beitrag einen Schritt vom Literatursystem als solchem zurück und greife dieses Doppel als die Ganzheit des Problems von »Literatur als System« auf. Dafür versuche ich die von Jahraus nur kurz erwähnte Doppelbeziehung zwischen dem Kommunikationszusammenhang der Wissenschaft und dem davon unterschiedenen Kommunikationszusammenhang der Literatur systemtheoretisch etwas präziser zu beschreiben.

Wenn man etwas als ein System beobachten will, weiß man schon, dass man seine Beobachtung auf die zwei miteinander notwendigerweise verbundenen Ebenen gleichzeitig richten muss. Eine ist die Ebene der Ausdifferenzierung und damit der strukturellen Kopplung der sozialen Systeme und die andere ist die Autopoiesis jedes betroffenen Systems. Ein System bleibt durch eine Art von Digitalisierung mit anderen Systemen gekoppelt,2 wobei dieses System die Formen dieser Kopplung nur systemintern, das heißt autopoietisch bearbeitet. Die Einheit der Differenz zwischen Umwelt und System, die sich im Falle der sozialen Systeme als strukturelle Kopplungsformen zwischen den Systemen ergeben, und die Autopoiesis jedes bestimmten Systems an sich selbst sind reziprok miteinander verbunden. Dennoch wird von Luhmann ausdrücklich erwähnt, dass die Differenz beziehungsweise Kopplung existentiellen Vorrang gegenüber der Autopoiesis des Einzelsystems besitzt: »Die Einheit der Form bleibt als Differenz vorausgesetzt: aber die Differenz selbst ist nicht Träger der Operationen. […] Operationen sind nur als Operationen eines Systems möglich, also nur auf der Innenseite der Form.«3 Demzufolge gibt es zunächst eine Operation, die die Einheit der Differenz von System und Umwelt markiert. Diese wird asymmetrisch von der Systemseite her markiert, aber noch nicht als System selbst bezeichnet und reflexiv beobachtet. »Aber das System kann auch als Beobachter der Form operieren; es kann die Einheit der Differenz, die Zwei-Seiten-Form als Form beobachten – aber nur, wenn es dafür seinerseits eine weitere Form bilden, also die Unterscheidung ihrerseits unterscheiden kann.«4 Erst durch diese Selbstbeobachtung mithilfe des Re-entry der Operationsform wendet das System die Unterscheidung auf sich selbst an, das heißt, differenziert sich das System mit seiner eigenen Autopoiesis gegenüber der Umwelt aus.5

Maturana würde sagen: die strukturelle Kopplung steht orthogonal zur Selbstdetermination des Systems. Sie bestimmt nicht, was im System geschieht, sie muß aber vorausgesetzt werden, weil anderenfalls die Autopoiesis zum Erliegen käme und das System aufhören würde zu existieren. Insofern ist jedes Systems immer schon angepaßt an seine Umwelt (oder es existiert nicht)«.6

Die Einheit der Differenz Umwelt/System als strukturelle Kopplung ist die existenzielle Voraussetzung für die autopoietischen Operationen aller sozialen Systeme, auch wenn diese Differenz vom Anfang an als die operative Einheit des Systems und dessen Umwelt markiert wird. Diese doppelseitige Einheit kann nur durch die Selbstbeobachtung des Systems, und ausschließlich von dem betroffenen System selbst, beobachtet werden.

Aber die Differenz von System/Umwelt selbst ist nur theoretisch konstruktiv: sie ist nur das Schema der Systemtheorie an sich. Die Welt wird, wenn systemtheoretisch beobachtet, in einer so extrem hochselektiven Form durch nur eine Differenz, der von Umwelt und System, erfasst, dass eine Diskontinuität in die analoge, materielle Kontinuität der Welt eingefügt wird.7 Anders formuliert könnte man sagen, die Systemtheorie konstituiert ihre Umwelt mit eigener Selektivität, um autopoietisch zu sein. Die Systemtheorie ist in dem Sinne einerseits eine Supertheorie, die einen Universalitätsanspruch erhebt, andererseits eine Reflexionstheorie, die diesen Universalitätsanspruch nur im Hinblick auf ihre Selbstspezifizierung, im Sinne einer Einzeltheorie, gründet.

Solche Theorien [mit Universalitätsanspruch, J.K.] beschreiben die Welt insgesamt mit Hilfe einer spezifischen Unterscheidung, etwa der von System und Umwelt. Es handelt sich, in der Sprache der Parsonschen pattern variables ausgedrückt, um eine Kombination von universality and specificity. […] Sie stellt jedenfalls hohe Ansprüche an das Theorie-design, die ihrerseits scharf selektiv wirken. Vor allem muß die Theorie, anders wäre sie nicht universal anwendbar, auch sich selbst konstituieren können.8

Der Universalitätsanspruch einer Theorie, die die Welt mittels eines bestimmten Schemas konstituiert, muss auf die Spezifik dieser Theorie zurückgeführt, und damit als das Problem der Theorie selbst, reflexiv problematisiert werden.

Das Wissenschaftssystem sowie die Systemtheorie als ein Programm dieses Systems werden wegen ihrer Hochselektivität automatisch dem Risiko ausgesetzt, dass die durch diese Schematisierung ausgeschlossenen anderen möglichen Existenzformen der Welt auf das System nun nicht konstitutiv, sondern »nur destruktiv«9 wirken würden. Dieses von der Umweltseite herkommende Risiko wird dadurch theoretisch beschrieben, dass die Möglichkeit der anderen Welten durch die Anschlussfähigkeit der Theorie zu anderen Theorien kompensatorisch ersetzt wird. Es gibt andere Theorien im Wissenschaftssystem, also alternative Programme, mit denen dieses System die Umwelt auf andere Weise konstituieren kann. Eine Einzeltheorie setzt sich immer diesen alternativen Theorien aus.

Die Anschlußfähigkeit im System bringt dann ersatzweise (für die zirkuläre Beziehung zwischen System/Umwelt) zum Ausdruck, was anders nicht gegeben werden kann: die Einheit des Systems im System. All dies wird durch eine Semantik geleistet, die mit dem Problem zu ringen hat, daß sie ihre Aufgabe ›alogisch‹ erfüllen muß; daß sie nicht einfach das System duplizieren kann, sondern auswählen, verkürzen, simplifizieren muß; und daß sie im System nur unter der limitierenden Bedingung der Autopoiesis, das heißt: nur als Operation aktualisiert werden kann mit der Folge, daß sie als Kommunikation beobachtbar, beschreibbar, kritisierbar und ablehnbar auftreten muß. Jede Reflexionstheorie ist an die Form einer historischen Semantik gebunden.10

Die Unterscheidung System/Umwelt bleibt rein theoretisch konstitutiv, wobei die ontologische Seite der Welt in der Systemtheorie eher als deren Außenseite begriffen wird.

So muss man in unserem Fall also, wenn man von der Literatur als System ausgeht, sagen, dass weder die Literatur noch die Wissenschaft tatsächlich Systeme sind. Sie sind Systeme, wenn man sie systemtheoretisch beobachtet. Und wenn man die Literatur als System beobachten will, dann muss man feststellen, dass die Einheit der Differenz System/Umwelt beziehungsweise die der strukturellen Kopplung den autopoietischen Operationen des Literatursystems existentiell vorausgeht. Vor allem muss man sich dessen bewusst sein, dass die strukturelle Kopplung des Wissenschaftssystems mit dem Literatursystem dessen Autopoiesis voraussetzt. Oder etwas allgemeiner formuliert: Bei allen systemtheoretischen Beobachtungen, durch die ein Gegenstand als System beobachtet wird, liegt das An-das-Wissenschaftssystem-gekoppelt-Sein des Gegenstandssystems der Autopoiesis dieses Gegenstandssystems vor. Das bleibt die absolute Voraussetzung bei jeder methodischen Anwendung der Systemtheorie.

Im vorangegangenen Abschnitt wurde dargelegt, dass wenn man etwas als System beobachten will, man seine Beobachtung auf die zwei miteinander notwendigerweise verbundenen Ebenen gleichzeitig richten muss: auf die Ebene der strukturellen Kopplung und die Ebene der Autopoiesis jedes betroffenen Systems. Wir wissen nun, innerhalb welches autopoietischen Systems wir bei dieser Beobachtung stehen. Wir bleiben immer auf der Innenseite des Wissenschaftssystems, welches sich mit dem Gegenstandssystem Literatur auf der Umweltseite gekoppelt operierend sieht. Diesen Sachverhalt behandelt Jahraus zwar in seinem Beitrag mit dem Schwerpunkt auf der Seite der Literatur beziehungsweise der Literaturwissenschaft, insofern er sagt, dass ein Literaturwissenschaftler zwischen dem Literatursystem und der Literatur als System unterscheiden sollte. Man könnte ebensolches Gebot hier jedoch auch mit dem Schwerpunkt auf der Seite der Wissenschaft beziehungsweise Systemtheorie umformulieren, nämlich dass ein Systemtheoretiker zwischen dem Wissenschaftssystem auf der einen Seite, und dem Literatursystem auf der anderen Seite einheitlich ausgehend vom Wissenschaftssystem her unterscheiden muss, denn ansonsten können die beiden Systeme nicht existieren. Die Literatur als das vom Wissenschaftssystem beobachtete Gegenstandsystem bleibt durch diese Einheit mit der Wissenschaft gekoppelt, aber dessen Operation bleibt der Wissenschaft quasi als eine »Black Box«11 unsichtbar beziehungsweise operativ ganz unzugänglich. Was ein Systemtheoretiker beobachten und beschreiben kann, ist tatsächlich weder die Literatur als solche noch die tatsächlichen Operationen des Literatursystems. Er kann nur immer wieder reflexiv beobachten, wie und inwieweit das Wissenschaftssystem an das Literatursystem rückgekoppelt ist. Auf das Argument, das Jahraus aus der Position eines Literaturwissenschaftlers ins Felde führt, dass das Konzept des Literatursystems und das der Literatur als System häufig nicht klar voneinander unterschieden werden, könnte man als Systemtheoretiker erwidern, dass bei jeder wissenschaftlichen (!) Anwendung der Systemtheorie das An-das-Wissenschaftssystem-gekoppelt-Sein der Gegenstandssysteme fast nie richtig mitberücksichtig wird.

Luhmann selbst weist darauf hin, dass die soziologische Systemtheorie nicht etwa für die Gründung oder Erklärung irgendeiner universalen beziehungsweise metaphysischen Erkenntnisform entwickelt wurde. Die Entwickelung der soziologischen Systemtheorie gründet auf dem der Wissenschaft internen Bedarf, dass die Paradoxie der Soziologie selbst, also »die Paradoxie der Kommunikation über Gesellschaft in der Gesellschaft«,12 wieder wissenschaftlich beziehungsweise soziologisch aufgelöst werden soll. Allein daran ist das Muss erkennbar, woraus sich das Gebot ableiten lässt, die Gesellschaft systemtheoretisch zu konzipieren. Die Systemtheorie soll der Wissenschaft demnach als ein Eigenwert dienen, mittels dessen sie den Zustand erreichen kann, sich selbst als System in der gesellschaftlichen Umwelt zu beobachten. Die Wissenschaft, die über die Gesellschaft kommuniziert, wird in der Gesellschaft nur in der Art eingeschlossen, dass sie sich selbst von der Gesellschaft ausschließt. Sie lässt sich nur mit ihrer eigenen Kommunikationsmöglichkeit von diesem komplexen Kommunikationssystem Gesellschaft ausdifferenzieren: Also lässt sie sich als ein Kommunikationssystem mit anderen Kommunikationssystemen koppeln, sodass »dadurch die Gesellschaft selbst mit ihren anderen Möglichkeiten der Kommunikation ausgeschlossen, also von Interferenz in wissenschaftliche Wahrheitsproduktion abgehalten wird.«13 Zusammen mit diesem Argument für die Notwendigkeit der Ausarbeitung einer systemtheoretischen Gesellschaftstheorie wird von Luhmann grundsätzlich betont, dass eine soziologische Theorie nie eine Position außerhalb ihres Gegenstandes einnehmen dürfe. Daher sollen die Episteme der Wissenschaft ja auch durch die Systemtheorie in ebensolche Richtung verändert werden, dass kein soziales Wissen vom Gegenstand ohne Anerkennung eines zirkulären Verhältnisses zum Gegenstand erzeugt werden kann.14 Einerseits wird also festgestellt, dass die Wissenschaft sich als ein Einzelsystem ausdifferenziert hat, welches alles soziale Wissen mittels des Wahrheitsmediums exklusiv systemintern reguliert.15 Andererseits hingegen wird betont, dass genau dieses Einzelsystem Wissenschaft in die reziproke Beziehung zu anderen Systemen gesetzt wird. Ein Kernargument der soziologischen Systemtheorie, welches trotzdem bei der tatsächlichen Verwendung dieser Theorien für den Erwerb des Wissens von einem Gegenstand, zum Beispiel von der Literatur, so gut wie nie ausreichend berücksichtigt wird.

Hinsichtlich des oben angeführten Arguments fassen wir nun die Kernthese dieses Beitrages kurz zusammen: Die strukturelle Kopplung zwischen System und Umwelt geht der innerlichen Autopoiesis eines Systems existentiell voraus. Vor allem die strukturelle Kopplung mit dem Wissenschaftssystem muss der Autopoiesis aller Gegenstandsysteme, die überhaupt als Systeme beobachtet werden, absolut vorausgesetzt werden. In unserem Falle der Literaturwissenschaft und eingedenk der in den vorherigen Beiträgen angeführten Argumenten ist im Hinblick auf diese These besonders zu betonen, dass das Gegenstandssystem Literatur nie von dem Beobachtersystem Wissenschaft isoliert beobachtet werden kann. Die vom Gegenstand beobachteten Formen sollten nicht allein dem Gegenstandssystem zugeschrieben werden, sondern als die Form von Kopplung und Rückkopplung zwischen dem Literatur- und dem Wissenschaftssystem problematisiert werden. Die wissenschaftliche Beschreibung der Literatur ist daher nicht als »die Fremdbeschreibung«16 der Selbstbeschreibung der Literatur als System entgegenzusetzen. Die beiden Beschreibungsarten sollten immer zusammen, in einer Einheit der doppelten Kontingenz, betrachtet werden, wobei hier die »Selbstbeschreibung« nicht die der Literatur, sondern die der Wissenschaft bedeuten soll. Bei der Anwendung der Systemtheorie kann man einen Gegenstand nicht mittels der Theorie beobachten, ohne die Theorie selbst mittels des Gegenstandes reflexiv zu beobachten, die Umweltbedingung dieser Selbstbeobachtung zu erkennen und diese Bedingung dann nun von seiner Seite her theoretisch zu rekonstituieren. Jahraus erwähnt deshalb mit Recht, dass man das Konzept der Literatur als System entempirisieren müsse.17 Diese These will nicht den Grad der theoretischen Abstraktion des Gegenstandes problematisieren, sondern sich darüber hinaus mit den Möglichkeiten der theoretischen Konstitution der Unterscheidung Abstrahierung/Empirisierung sowie Theorie/Gegenstand beschäftigen.18 Die Antwort auf die Frage nach der Möglichkeit und Notwendigkeit von systemtheoretischen Beobachtungen des Literatursystems ist nicht nur innerhalb dieses Gegenstandssystems zu suchen, sondern gleichzeitig im Konzept von der Literatur als System. Somit kann die Einheit der Unterscheidung Literatur/Wissenschaft immer theoretisch passender konstituiert und rekonstituiert werden. »Die Frage lautet also, wie die Beobachtung des Literatursystems uns Literaturwissenschaftlern helfen kann, unseren Gegenstand wissenschaftstheoretisch gesehen besser erfassen zu können. […] Die Antwort auf die Frage muss sich im Konzept von ›Literatur als System‹ finden lassen.«19

Von diesem Punkt aus gesehen erscheint die Bemerkung von Jahraus, dass die Unterscheidung Text/Kommunikation beziehungsweise Symbol/System der Unterscheidung Person/Funktion vorausliege,20 prinzipiell richtig. Jede beobachtbare Form der Operation eines Gegenstandssystems ist, unter Anwendung der These dieses Beitrages, hinsichtlich ihrer Funktion bei der Kopplung und Rückkopplung zwischen dem Wissenschafts- und dem Literatursystem zu analysieren. Demzufolge muss durch die Analyse der Form gezeigt werden, wodurch die zwei autopoietischen Systeme überhaupt miteinander gekoppelt werden können, oder anders gesagt, wodurch die zwei je autopoietische Systeme sich synchron ausdifferenzieren können. Die Unterscheidung Symbol/System reguliert genau die Schwelle zwischen der Gemeinsamkeit von Wodurch und der Verschiedenheit der autopoietischen Systeme. Luhmann zufolge steht Symbol für die Struktur, durch welche die Einheit der Differenz zum Ausdruck gebracht wird, das heißt, wodurch die operative Einheit System/Umwelt dem System selbst bezeichnet wird. Symbolisierung ermöglicht also die Verbindung zwischen der Einheit System/Umwelt und der Autopoiesis des Systems strukturell. Wie aber tatsächlich diese Verbindung erstellt werden soll, wird nie einheitlich entschieden, sondern auf die ausdifferenzierten Systeme funktional verteilt und innerhalb jedes Systems immer konditionell und prozessual bestimmt.21 Dass im Diskurs der Literaturwissenschaft als Teilgebiet der Wissenschaft die Unterscheidung Symbol/System auf die Ebene Text/Kommunikation verschoben betrachtet wird, erscheint ebenso legitim. In der Tradition der Literaturwissenschaft baut der Textbegriff beziehungsweise der die schriftliche Kultur voraussetzende Sprachbegriff dort eine wichtige Brücke, wo die Wissenschaft und die Literatur sowie die Diskurse der Gesellschaft und die Literatur miteinander verbunden und gleichzeitig entgegengesetzt werden sollen. Diese Tendenz ist auch bei den relativ neuen Argumenten von der Textualität der Wissenschaft oder von der Poesie der ganzen Gesellschaft oder auch der Kultur zu bemerken.22 Auf die Funktion des Textbegriffes bei der Verbindung und Unterscheidung zwischen verschiedenen Systemen, einschließlich der Wissenschaft und der Literatur, ist Dominik Schreiber mit dem Verweis auf Argumente von Oliver Sill und Albert Koschorke durchaus eingegangen.23 Also könnte die Ansicht vertreten werden, dass sich die Anschlussfähigkeit der Systemtheorie durch den Textbegriff auf dem Gebiet der Literaturwissenschaft steigern ließe.

Natürlich sind der Symbolbegriff der Systemtheorie und der Textbegriff der Literaturwissenschaft nicht deckungsgleich. Man sollte vor allem beachten, dass der systemtheoretische Symbolbegriff, wie Leschke mit Recht erwähnt hat, auf der Tradition der Metaphysik gründet und daher als sehr abstrakt und universal zu verstehen ist.24 Die Systemtheorie ist bekanntermaßen eine Supertheorie, deren Begriffe zunächst genau so entwickelt werden müssen, dass sie im Prinzip unabhängig von jeglichem Gegenstand ausschließlich aufgrund ihrer immanenten Logik für alle möglichen Gegenstände gelten. Cassirer, dessen Symbolbegriff mit demjenigen Luhmanns eng verwandet ist, sagt: »Aber nicht von dieser wie immer reichen und fruchtbaren Anwendung des Begriffs [der symbolischen Form, J.K.], sondern von seiner einheitlichen und allgemeingültigen Struktur soll in den folgenden Betrachtungen die Rede sein.«25 Für Luhmann ist auch das Symbol eine formallogische Struktur oder, um es mit Cassirer auszudrücken, eine einheitliche und allgemeingültige Struktur, die für die Operationen aller autopoietischen Systeme vorhanden sein muss. Der Symbolbegriff auf dieser Ebene der Metaphysik oder der Formallogik lehnt es ab, sich in einer gewissen materialen oder konkreten Form zu halten.26 Im Gegensatz dazu ist für die Literaturwissenschaft, die eine vom Gegenstand geprägte Wissenschaft ist, Text immer in der engen Verbindung mit den Formen ihrer literarischen Verwendungen zu verstehen. Zumindest versucht diese Wissenschaft den Textbegriff bezüglich der Eigenautorität der Literatur, oder im Sinne Luhmanns gesprochen, der autopoietischen Operationsformen des Literatursystems zu analysieren. Text auf dieser Ebene der Literaturwissenschaft wird mit einer konkreten Systemreferenz sowie einer bestimmten Medialität in Verbindung gebracht. Dieser »poetische Text« ist dann immer mit anderen Medien anderer Künste in Vergleich zu setzen, so wie in Hegels oder Lessings ästhetischen Schriften, und führt im Falle der beiden deutschen Philosophen zur Aufwertung der Literatur über alle anderen Künste, welche mit der Aufwertung des Mediums Textes über andere Medien zusammenfällt.27 Von diesem Kontext aus versucht Dominik Schreiber in seinem Text in dieser Beitragsreihe Text als ein Symbolsystem bezüglich der rekursiven Operation des Kommunikationssystems Literatur zu analysieren.28 Jahraus versteht das Literatursystem nun als in ein neues Medienuniversum, in dem der Text nur ein Einzelmedium unter anderen bleibt, eingebunden.29 Wie bereits gesagt wurde, werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Literatur und Wissenschaft um den Textbegriff zentriert problematisiert. Also spielt in der Literaturwissenschaft, anders als beim systemtheoretischen Symbolbegriff, die Einschränkung des Operationsraumes des Symbolsystems Text auf ein Einzelsystem sowie auf die einzelne Medialität eine wichtige Rolle. Auch wenn dieser Textbegriff wieder auf eine universale Ebene, die für die ganze Gesellschaft sowie für alle Medien gilt, verschoben betrachtet wird, geht die Analyse erst von der Beziehung dieses Gegenstandsystems oder dieses Mediums zu anderen Systemen sowie Medien aus. Als Beispiele hierfür sind bei Hegel die Analyse der Poesie zur Aufwertung der Poesie als allgemeine Kunst zu nennen,30 oder bei Kristeva etwa die Analyse des Raumes des poetischen Textes zur radikalen Universalisierung des Textbegriffes für alle Zeichensysteme.31

Präzise Vermittlungen zwischen diesen beiden Begriffen, dem des literaturwissenschaftlichen Textes und dem des systemtheoretischen Symbols, wären erforderlich. Ein Literaturwissenschaftler müsste sich dafür mit möglichen »weiteren Unterscheidungen«32, die die Unterscheidung zwischen den beiden Begriffen von der Seite der Literaturwissenschaft her konstituieren mögen, beschäftigen. Dabei wird die Unterscheidung Person/Funktion (Autor, Leser, Vermittler)33 wahrscheinlich eine entscheidende Rolle einnehmen.

Die beiden Unterscheidungen Text/Kommunikation und Person/Funktion sind also nicht nach dem Grad der theoretischen Abstraktion des Gegenstandes zu unterscheiden, sondern vielmehr hierarchisch, soll heißen nach dem Kriterium, ob die Unterscheidung eine notwendige Bedingung für die Konstitution der Einheit von Wissenschafts-/Literatursystem markieren kann. Nicht nur die Sachdimension der Literatur, sondern die soziale Eigendynamik der beiden Systeme der Literatur und der Wissenschaft, bei welcher wir als Literaturwissenschaftler höchstpersönlich als Akteure aktiv involviert sind, ist im Prozess der Konstitution dieser Einheit zu beachten.34

Ich möchte hier noch zwei kleine Bemerkungen zu den Unterscheidungen Symbol/System und Person/Funktion hinzufügen:

Zunächst für die Unterscheidung Person/Funktion: Mir scheint, dass die Unterscheidung Person/Funktion (z.B. Autor), insofern hier der Luhmann’sche Personenbegriff benutzt wird, sich vielmehr direkt als Form der strukturellen Kopplung offenbart als nur als die Form der literarischen Autopoiesis. Diese Kopplungsform mag nicht ausschließlich, aber doch auch als die Verbindungs- und Unterscheidungsform zwischen zwei sozialen Systemen von Literatur und Familie verstanden werden.

Wenn Luhmann über die Person spricht, dann handelt es sich um ein besonderes Kommunikations-system, also das Persönlichkeitssytem, das sich von den anderen Kommunikationssystemen unterscheidet.35 Für dieses Systems gibt es also

vor allem auf der kommunikativen Ebene Regeln oder Codes, die festlegen, daß man in bestimmten sozialen Beziehungen prinzipiell für alles am anderen aufgeschlossen zu sein hat, kein Desinteresse bekunden darf an dem, was der andere persönlich wichtig nimmt, und seinerseits keine Frage unbeantwortete lassen darf, auch und gerade wenn sie auf Persönliches zielen.36

Mittels dieses sozial geregelten Kommunikationssystems, »einer gemeinsamen Privat-welt«,37 können sich die Menschen in einer vollkommen funktional ausdifferenzierten Welt noch als individuelle Personen wahrnehmen. Das System der persönlichen Kommunikation ist mit einem eigenen Code ausdifferenziert. Insofern dürfte man die Unterscheidungsform Person/Funktion nicht mehr rein als die dem Literatursystem interne Form verstehen. Sie sollte als die Koppelungsform zwischen zwei Systemen, dem autopoietischen System der Literatur und einem ebenfalls autopoietischen, für die persönlichen Beziehungen spezifizierten Kommunikationssystem, betrachtet werden. Das sollte als Grundvoraussetzung gelten. Aber mit welchem System? Luhmann stellt den semantischen Code dieser Kommunikation als Liebe fest, aber bleibt mit dessen Systemreferenz etwas unentschieden. Er bemerkt, dass aus »dem starken, sozusagen kompensatorischen Interesse an Intimbeziehungen […] kaum auf Stabilität der entsprechenden Systeme geschlossen werden« kann.38 Vielleicht ist der Code Liebe nicht einem einzigen System zuzuschreiben, vielleicht kann kein soziales System ganz allein die überwiegende Instabilität der reinen persönlichen Kommunikation ertragen. Trotzdem ist Luhmann klar, dass die Ausdifferenzierung der persönlichen Kommunikation, der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft entsprechend, mittels des Codes Liebe immer intensiver durchgeführt wurde und wird, und zwar in verschiedenen historischen Formen seit dem 18. Jahrhundert bis zum heutigen Tage. Wenn man nach Hinweisen bezüglich der historischen Entwicklung der Privatheit sowie der des Liebescodes in den Schriften Luhmanns und anderer Historiker sowie Soziologen sucht, dann bekommt man den Eindruck, dass am aktuellen Ende dieser Ausdifferenzierung sich das soziale System Familie nicht als das einzige, doch aber als das effektivste und stabilste System der persönlichen Kommunikation in unserer Gesellschaft darstellt. Es ist ein System, welches nur mit dem Code Liebe operiert und nichtsdestotrotz imstande ist, sich ständig einer komplexen Beziehung zu anderen, nicht-persönlichen Kommunikationssystemen auszusetzen.39 Die Familien sind auch die Systeme, die mit der Ausdifferenzierung des Literatursystems im 18.–19. Jahrhundert in Wechselwirkung standen.

Der Code sowie das Kommunikationsmedium der persönlichen Kommunikation wurden Luhmann zufolge im Verlauf des 17.–19. Jahrhunderts unter Benutzung des semantischen Feldes von Freundschaft und Liebe entwickelt.40 Im 18. Jahrhundert hat dann die Liebe der Freundschaft allmählich den Rang abgelaufen und zwar aufgrund der Aufwertung der Sexualität und der daraus resultierenden neuen Einheitsformel zwischen Liebe, Sexualität und Ehe.41 Was gleichzeitig aus der Entwicklung dieser Einheitsformel folgerte, ist die Ausdifferenzierung der Einzelfamilien aus ihrer sozialen Umwelt.42 Es ist zwar nicht umstritten, dass sich im 18. sowie 19. Jahrhundert die private Welt hauptsächlich in der Kulisse der bürgerlichen Kleinfamilien entfaltet hat: »Die Hauptbühne des privaten Lebens im 19. Jahrhundert war die Familie; sie stellte die Figuren und Rollen, gab die Bräuche und Rituale, die Intrigen und Konflikte vor.«43 Daher wäre die Entwicklung des Diskurses der Psychoanalyse am Ende des 19. Jahrhundert, deren Modell der tiefsten Innerlichkeit des Individuums auf der Kernfamilienstruktur von Vater-Mutter-Kind basiert, kein Zufall. Es wird in soziologischen Schriften auch nicht selten angemerkt, dass die Ausdifferenzierung der Familiensysteme im 18. – 19. Jahrhundert besonders mit der Ausdifferenzierung des Literatursystems Hand in Hand ging. Luhmann beschreibt, wie sich die literarische Semantik der ›romantischen Liebe‹ und der Ehe im 18. und 19. Jahrhundert aufeinander bezogen und doch gegeneinander entwickelt haben.44 Oder man könnte mit Habermas sagen, dass die Ausdifferenzierungsformen der beiden Systeme zu den Formen der Entwicklung der literaturfähigen Subjektivität konvergierten. Die literaturfähigen Subjekte »bilden die Öffentlichkeit eines literarischen Räsonnements, in dem sich die Subjektivität kleinfamilial-intimer Herkunft mit sich über sich selbst verständigt.«45 Diese Familiensysteme bleiben, so Luhmann, noch in unserer Zeit als die sozialen Systeme, deren Re-Entry immer an Personen vollzogen wird. »Es beruht auf der Identität von Personen und führt dazu, daß das externe und das interne Verhalten bestimmter Personen intern relevant wird. Auch nichtfamilienbezogenes Verhalten wird in der Familie der Person zugerechnet und bildet ein legitimes Thema der Kommunikation.«46 »Die Funktion der Familie ist somit nach wie vor die gesellschaftliche Inklusion der Vollperson.«47

Wenn die Unterscheidungsform Person/Funktion als die Kopplungsform zwischen dem Literatursystem und einem personenbezogenen System betrachtet werden soll, dann könnte sie zunächst am effektivsten als die Kopplungsform zwischen der Literatur und der Familie analysiert werden. Dabei erweitert diese Unterscheidungsform Person/Funktion (z.B. Autor) den sozialen Horizont der Frage, wodurch und wie die sozialen Systeme in der Form von doppelter Kontingenz miteinander gekoppelt werden können, über die doppelseitige Unterscheidung Wissenschaft/Literatur hinaus zur mehrseitigen Unterscheidungen zwischen den drei Systemen Wissenschaft, Literatur und Familie. Anschließend fällt die Unterscheidung Person/Funktion automatisch wieder in die Unterscheidung Symbol/System im weiteren Kontext beziehungsweise Polykontext zurück.

Werfen wir zweitens noch einen Blick auf die Unterscheidung Symbol/System. Wir haben schon festgestellt, dass ein soziales System nicht in seiner isolierten Identität analysiert werden darf, sondern immer in der Beziehung zu anderen Systemen. Aber wenn man über das Symbol spricht, ergibt sich der Eindruck, als ob ein Symbolsystem zum Beispiel Text allein in seiner eigenen Identität definiert und analysiert werden könnte. Ist die Identität des Einzelsymbolsystems Text aber nicht von der Unterscheidungsform zu anderen Symbolsystemen konstituiert? Lebt der moderne, schriftliche Text in Druckform nicht von ihm internen Unterscheidungsformen zwischen Sagen und Sehen, also von der sich historisch ergebenen Tatsache, dass man im Kopf etwas in der Form einer subjektiven Vorstellung wahrnimmt, während man liest? Wurde er nicht wegen dieser internen Unterscheidungsform in einem neuen Medienuniversum von verschiedenen anderen visuellen Medien immer noch autopoietisch eingesetzt? Wie Leschke, der die Systemtheorie aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive her betrachtet, erwähnt hat, ist ja vielleicht die »›Pluralisierung‹ der Relation von Form und Medium etwas durchaus Entscheidendes«.48 Genau wie man ein soziales System in der Beziehung zu Umweltsystemen beobachtet, sollte man auch das Symbolsystem nur in der Beziehung zu anderen Symbolsystemen in seiner Umwelt beobachten. Text ist nur ein Einzelmedium beziehungsweise ein Einzelsymbolsystem, welches mit anderen gekoppelt und rückgekoppelt werden muss. Und genau wie der Autopoiesis eines Systems die Kopplungsformen existentiell zugrunde liegen, liegen auch der Autopoiesis eines Symbolsystems die Formen der Kopplungen zugrunde. Man sollte den Text nicht wie eine isolierte Einheit behandeln, sondern ihn sich eher durch die Formen, welche den Text als Einzelmedium unter anderen relativieren, konstituieren lassen: also durch diejenigen Formen, die die Intermedialität des Textes markieren. Dadurch generiert sich eine neue Möglichkeit, dass nämlich die Systemtheorie zwischen der Literaturwissenschaft und der Medienwissenschaft vermitteln kann, wobei deren Zwischengebiet, wie Jahraus selbst am Anfang seines Buches bemerkte,49 besonders für die Literaturwissenschaft immer problematisch und eher gefährlich bleibt. Solch ein Vorgehen würde die Anschlussfähigkeit der Systemtheorie mittels verschiedener Wissenschaftsdisziplinen immens erhöhen.

Zuletzt sei hier nochmals der erste Abschnitt des Satzes am Beginn dieses Beitrages zitiert: »Dieser Beitrag steht in einem hochinteressanten Kommunikationszusammenhang«, um von dem Doppel der Literatur/Wissenschaft auf der Seite der Operation der Wissenschaft rekursiv zurückzukommen, unsere Kommunikation als wissenschaftliche Kommunikation bewusst zuzuschließen. Die allen hier in diesem Beitrag sowie in den vorherigen Beiträgen dieser Replik-Serie angeführten Argumente über die Operation des Literatursystems lassen sich nur am Selbstwiderstand der rekursiven Operation unserer Replik-Kommunikationskette erkennen. »Realität könnte dabei nach wie vor als Widerstand definiert werden, aber nicht mehr als Widerstand der Außenwelt […] sondern als Widerstand von Systemoperation gegen Systemoperation im selben System.«50 Alles, was hier über die Literatur gesagt werden kann, besteht aus internem Widerstand beziehungsweise aus Dissens, der weitere Dissense produziert und reproduziert. Diese der wissenschaftlichen Kommunikation internen Unterscheidungen dienen dazu, die Grenze zwischen der Literatur und der Wissenschaft immer erneut aufrecht zu halten: damit soll die Konfundierung, nicht von Empirie und System beziehungsweise von theoretischer Beschreibung und Gegenstand,51 sondern von den beiden autopoietischen Systemen der Literatur und der Wissenschaft, theoretisch konstitutiv blockiert werden. Denn was es ontologisch gibt, ist nur die Kontinuität.

Literaturverzeichnis

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  • 1. Oliver Jahraus: »Kommunikationszusammenhänge«. In: Textpraxis 3 (2.2011). URL: http://www.uni-muenster.de/textpraxis/oliver-jahraus-kommunikationszusam..., URN: urn:nbn:de:hbz:6-13439432487, S. 1.
  • 2. Vgl. Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft. Bd. 1. Frankfurt/M. 1998, S. 101.
  • 3. Ebd., S. 63.
  • 4. Ebd.
  • 5. Vgl. ebd., S. 64.
  • 6. Ebd., S. 100f.
  • 7. Vgl. ebd., S. 100.
  • 8. Niklas Luhmann: Die Wissenschaft der Gesellschaft. Frankfurt/M. 1990, S. 412.
  • 9. Vgl. Luhmann: Gesellschaft (Anm. 2), S. 107.
  • 10. Luhmann: Wissenschaft (Anm. 8), S. 471.
  • 11. Zum Black-Box-Begriff im Konstruktivismus vgl. Ranulph Glanville: Objekte. Berlin 1988, S. 101.
  • 12. Luhmann: Gesellschaft (Anm. 2), S. 20.
  • 13. Ebd., S. 40.
  • 14. Vgl. ebd., S. 18.
  • 15. Zur Ausdifferenzierung des Wissenschaftssystems vgl. Luhmann: Wissenschaft (Anm. 8), S. 8 und 271; ferner Niklas Luhmann: »Die Ausdifferenzierung von Erkenntnisgewinn: zur Genese von Wissenschaft«. In: Ders.: Ideenevolution. Frankfurt/M. 2008, S. 132–185, hier S. 144.
  • 16. Vgl. David-Christopher Assmann: »Operativität und Akteure des Literatursystems. Eine Replik auf Dominik Schreibers Artikel ›Literarische Kommunikation‹ und Jörg Schönerts Kommentar«. In: Textpraxis 3 (2.2011). URL: http://www.uni-muenster.de/textpraxis/david-christopher-assmann-operativ..., URN:urn:nbn:de:hbz:6-13439433693, S. 2.
  • 17. Vgl. Jahraus: »Kommunikationszusammenhänge« (Anm. 1).
  • 18. Für die Diskussion über diese Unterscheidungen in vorherigen Beiträgen vgl. ebd; David-Christopher Assmann: »Gefahrenfall und Entempirisierung. Anmerkungen zur Unterscheidung literarischer Akteure und Personen mit Bezug auf Oliver Jahraus’ Replik«. In: Textpraxis 7 (2.2013). URL: http://www.uni-muenster.de/textpraxis/david-christopher-assmann-gefahren..., URN: urn:nbn:de:hbz:6-88399572009, S. 3.
  • 19. Jahraus: »Kommunikationszusammenhänge« (Anm. 1), S. 3.
  • 20. Vgl. ebd., S. 1.
  • 21. Vgl. Luhmann: Gesellschaft (Anm. 2), S. 319; Luhmann: Wissenschaft (Anm. 8), S. 189f.
  • 22. Ein bedeutsames Beispiel dafür wäre die Rede von der »Textualität der Geschichte« im New Historicism.
  • 23. Dominik Schreiber: »Literarische Kommunikation. Zur rekursiven Operativität des Literatursystems«. In: Textpraxis 1 (1.2010). URL: http://www.uni-muenster.de/textpraxis/dominik-schreiber-literarische-kom..., URN: urn:nbn:de:hbz:6-66429522090, S. 3.
  • 24. Rainer Leschke: Medien und Formen. Zu einer Morphologie der Medien. Konstanz 2010, S. 33.
  • 25. Ernst Cassirer: »Der Begriff der symbolischen Form im Aufbau der Geisteswissenschaften«. In: Ders.: Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs. Darmstadt 1956, S. 169–200, hier S. 175.
  • 26. Vgl. Leschke: Medien und Formen (Anm. 24), S. 33f.
  • 27. Vgl. Gotthold Ephraim Lessing: Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie. Stuttgart 2006, S. 114; Gottfried Wilhelm Friedrich Hegel: Ästhetik. Bd. 2. Frankfurt/M. 1965, S. 327f.
  • 28. Vgl. Schreiber: »Literarische Kommunikation« (Anm. 23), S. 12f.
  • 29. Vgl. Oliver Jahraus: Literatur als Medium. Weilerswist 2003, S. 17f.
  • 30. Vgl. Hegel: Ästhetik (Anm. 27), S. 334.
  • 31. Vgl. Julia Kristeva: Die Revolution der poetischen Sprache. Frankfurt/M. 1978, S. 69.
  • 32. Jahraus: »Kommunikationszusammenhänge« (Anm. 1), S. 1.
  • 33. Vgl. Assmann: »Operativität und Akteure des Literatursystems« (Anm. 16), S. 3.
  • 34. Über den Akteursbegriff und die Unterscheidung Sachdimension/soziale Eigendynamik von Assmann vgl. ebd., S. 3.
  • 35. Vgl. Niklas Luhmann: Liebe als Passion. Frankfurt/M. 1982, S. 17f.
  • 36. Ebd., S. 14.
  • 37. Ebd., S. 18.
  • 38. Luhmann: Liebe als Passion (Anm. 35), S. 195f.
  • 39. Vgl. hinsichtlich der Ehe-Beziehung ebd., S. 195.
  • 40. Ebd., S. 18.
  • 41. Vgl. ebd., S. 146–149.
  • 42. Vgl. ebd., S. 183 und 190f.
  • 43. Philippe Aries u. George Duby (Hg.): Geschichte des privaten Lebens. Bd. 4. Von der Revolution zum Großen Krieg. Augsburg 2000, S. 97.
  • 44. Luhmann: Liebe als Passion (Anm. 35), S. 151 und 187f.
  • 45. Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Frankfurt/M. 1990, S. 116.
  • 46. Niklas Luhmann: »Sozialsystem Familie«. In: Ders.: Soziologische Aufklärung. Bd. 5. Wiesbaden 2009, S. 189–209, hier S. 192.
  • 47. Ebd., S. 198f.
  • 48. Leschke: Medien und Formen (Anm. 24), S. 17.
  • 49. Jahraus: Literatur als Medium (Anm. 29), S. 18f.
  • 50. Niklas Luhmann: Die Kunst der Gesellschaft. Frankfurt/M. 1997, S. 504.
  • 51. Über die Konfundierung vgl. Assmann: »Gefahrenfall und Entempirisierung« (Anm. 18), S. 3.

Replik(en)