Literatur und Gesellschaft

Josch
Lampe
Connecticut

»Meine Tochter […] soll alles lernen, was die weissen Mädchen lernen…«

»Schwarze« Perspektiven auf Deutschland um 1900

1. Einleitung

»Meine Tochter […] soll alles lernen, was die weissen Mädchen lernen, und ebenso zivilisiert werden wie diese.«1 Dieses Zitat des zur Kolonialzeit im 19. Jahrhundert in Deutschland lebenden Togoer Nayo Bruce setzt klare binäre Oppositionen: die Bewertung der europäischen Kultur als gebildet, weiß und zivilisiert, während die afrikanische Kultur als unzivilisiert, schwarz und ungebildet charakterisiert wird.2 Diese »Konstruktion eines Kulturgefälles […] bietet zugleich die Rechtfertigung dafür, fremde Kulturen […] im Namen einer zivilisierten Mission mit Hilfe von christlichen Missionen, Handel und Militär kurzerhand ›umzuwandeln‹«.3 Es wird hier aber auch seitens des Afrikaners Bruce der Wunsch deutlich, die europäischen Wertvorstellungen übernehmen zu wollen. Ein Gedanke, den auch viele Menschen in Europa zu dieser Zeit teilen, denn erst die »zivilisatorischen Eingriffe der Kolonialisten machen es möglich, ›Blüten‹ aus den vorgefundenen, rohen Zuständen hervorzuzaubern.«4 Diese binären Oppositionen erzeugen ein Machtgefälle. Die »überlegenen« Menschen aus der westlichen Welt beanspruchen häufig »Positionen der Superiorität im gemeinsamen sozialen Raum« – sowohl als Kolonisierende in Afrika als auch im Zusammenleben innerhalb Europas.5 Nayo Bruce scheint dieses Gefälle auf den ersten Blick als gerechtfertigt und für sich und seine Familie sogar als profitbringend zu bewerten.

»Die Deutschen haben uns bekämpft und unser Land weggenommen. […] Die Herero haben überhaupt nichts von ihnen gelernt außer dem Wort ›Gott‹.«6 Mit dieser negativen Position bewertet der ebenfalls aus Afrika stammende und zwischen 1896 und 1897 in Deutschland lebende Friedrich Maharero die Zeit deutscher Kolonialpolitik. Er spricht von einem aggressiven und räuberischen Machtgefälle. Sein Volk, die im damaligen Deutsch-Südwestafrika angesiedelten Herero, hätte von den deutschen Kolonisierenden lediglich das Wort »Gott« gelernt. Mit dieser zynischen Bemerkung nimmt er Bezug auf den bereits im Zusammenhang mit Nayo Bruce thematisierten Missionierungsgedanken der westlichen, christlichen Welt. Auch hier werden die binären Oppositionen westlich, zivilisiert und christlich auf europäischer Seite den Oppositionen unzivilisiert und heidnisch auf afrikanischer Seite gegenübergestellt. Nur die offen ausgesprochene Bewertung dieser Oppositionen ist im Vergleich zu Bruce eine gänzlich andere.

Aufbauend auf dem Forschungsstand wegweisender Publikationen wie Joachim Zellers Black Berlin. Die deutsche Metropole und ihre afrikanische Diaspora in Geschichte und Gegenwart (2013), Rea Brändles Nayo Bruce. Geschichte einer afrikanischen Familie in Europa (2007) und Katharina von Hammersteins Subalterne konnten sprechen: (Dis-)Positionen von AfrikanerInnen und Afro-Amerikanern in und zu Deutschland und Österreich des 19. Jahrhunderts (2013) geht der vorliegende Artikel den Fragestellungen nach, welche Ursachen den eben beschriebenen »schwarzen« Perspektiven auf Deutschland um 1900 zugrunde liegen. Der Fokus wird hierbei in der Analyse von binären Oppositionen, dem Auftreten von Bruce und Maharero auf der Ersten Deutschen Kolonialausstellung in Berlin, ihren unterschiedlichen Intentionen für die Deutschlandbesuche und ihren Perspektiven in Bezug auf koloniale Bildungspolitik liegen. Anhand dieser Punkte und der daraus resultierenden Gegenüberstellung von Bruce und Maharero sollen die zwei individuellen Positionen auf Deutschland dargelegt und erläutert werden.

In der deutschsprachigen Literatur finden wir zahlreiche weiße ProtagonistInnen, die »exotische« Räume bereisen und dabei ihr Selbst in der Begegnung mit und Absetzung von so genannten Anderen – nicht selten vor dem Hintergrund der viel diskutierten binären Oppositionen – konstruieren.7 

Beispiele hierfür sind unter anderem die Reisescizzen und Tagebuchblätter aus Deutsch-Ostafrika (1889) von Frieda Freiin von Bülow oder Ashantee (1897) von Peter Altenberg, um nur einige zu nennen. In diesen Werken wird der bereits erwähnte Anspruch »der Superiorität im gemeinsamen sozialen Raum« deutlich. Authentische und zeitgenössische Dokumentationen von AfrikanerInnen oder Afro-AmerikanerInnen und ihren Erfahrungen im deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts sind sehr selten. Die wenigen »texlichen Repräsentationen von tatsächlichen Umkehrperspektiven […] werden von der Forschung bislang mit wenigen Ausnahmen ignoriert.«8 Gründe hierfür sind unter anderem die begrenzte Quellenlage: es stehen nur wenige niedergeschriebene Texte zur Verfügung und/oder sind für deutschsprachige Forschende in nur schwer zugänglichen Sprachen verfasst.9

»Schwarze« Perspektiven im kolonialen Kontext verdeutlichen nicht nur die Umkehrperspektiven kolonialer Strukturen, sondern legen in ihrer Verschiedenheit auch die Komplexität der Thematik dar. In einer Welt, die bis zum heutigen Tag von rassistischer Gewalt geprägt ist,10 spielen hierarchische Strukturen auch in einem postkolonialen Diskurs eine große Rolle. Für das Verständnis historischer Zusammenhänge und deren untrennbaren Einfluss auf die Gegenwart ist es unentbehrlich wie auch zugleich eine Seltenheit, kolonialen Perspektiven eine Stimme zu geben. Diese Notwendigkeit geht interdisziplinär weit über das Feld der Germanistik hinaus.

Katharina von Hammerstein verweist in ihrem Artikel Subalterne konnten sprechen: (Dis-)Positionen von AfrikanerInnen und Afro-Amerikanern in und zu Deutschland und Österreich des 19. Jahrhunderts (2013) auf Mary Louise Pratts theoretischen Ansatz der contact zone, in der das Zusammentreffen verschiedener Kulturen oft mit asymmetrischen Machtverhältnissen einhergeht.11 Diesem Konzept zufolge entstehen bei einem solchen Zusammenkommen nicht nur neue und bereichernde Perspektiven durch das Fremde, sondern oft auch hierarchische Machtgefälle, vor allem im kolonialen Kontext. Eine Ursache hierfür kann sicherlich in den bereits aufgegriffenen binären Oppositionen zu finden sein, in der die westliche Kultur der afrikanischen als überlegen gegenübergestellt wird.12 Ein Beispiel für diese hierarchischen Machtgefälle innerhalb von Europa sind zur damaligen Zeit die sogenannten Kolonialausstellungen, durch die Nayo Bruce und Friedrich Maharero überhaupt erst nach Deutschland gekommen sind und auf die im folgenden Kapitel genauer eingegangen werden soll.

2. Die Erste Deutsche Kolonialausstellung in Berlin-Treptow

Im Jahr 1896 findet im Treptower Park in Berlin die Erste Deutsche Kolonialausstellung statt. Ziel der Betreiber ist es, Menschen aus den deutschen Kolonien anzuwerben, um sie »als Exoten dem weißen gaffenden Publikum in den Metropole Europas zu präsentieren.«13 Diese Völkerschauen stellen »eine extrem klischeehafte, zwischen einem Exotismus und Rassismus schwankende Inszenierung des Fremden« dar. Ihre Faszination besteht in der »rassischen« Differenz und der Abgrenzung auf Grundlage konstruierter binärer Oppositionen und sie dienen zugleich der damaligen imperialistischen Politik. Die unterworfenen »Anderen« werden menschlichen Trophäen gleich präsentiert, die das koloniale Projekt rechtfertigen und propagandistische Bilder von »Rasse« und Imperien kreieren.14 Dass viele dieser Völkerschauen in Zoos stattfinden, ist versinnbildlichend für ihren herabwürdigenden Charakter.

Bei den 103 Menschen, die zur Ersten Deutschen Kolonialausstellung kommen und von denen 95 aus Afrika und 8 aus Neuguinea stammen, handelt es sich um die größte Gruppe deutschkolonialer Untertanen, die sich vor dem Ersten Weltkrieg in Berlin aufhalten.15 Es wird für sie am Karpfenteich im Treptower Park ein »Negerdorf« errichtet, und sie müssen sich dort »in exotische[n] Kostüme[n] gekleidet, sieben Monate lang von morgens bis abends von den faszinierten Ausstellungsbesuchern anstarren […] lassen.«16 Zum Schlafen werden sie in engen Baracken untergebracht, die ein Privatleben unmöglich machen – ein weiteres Beispiel für die Entmenschlichung und unwürdige Behandlung der Völkerschauen.17

Auch der Togoer J.C. Nayo Bruce kommt im Jahr 1896 anlässlich der Ersten Deutschen Kolonialausstellung nach Berlin und tourt später mehr als zwanzig Jahre mit seiner eigenen Völkerschau durch Europa – also auch noch nach dem Ende der deutschen Kolonialzeit.18 Friedrich Maharero kommt im Jahr 1896 ebenfalls aufgrund der Ersten Deutschen Kolonialausstellung nach Berlin.19 Sein Auftreten, wie der weitere Verlauf des Artikels zeigen soll, unterscheidet sich jedoch immens von dem von Bruce. Trotz der unmenschlichen Behandlung in den Völkerschauen gibt es dennoch Motive für die AfrikanerInnen, sich in ihnen »ausstellen« zu lassen, wie das folgende Kapitel verdeutlichen wird.

3. »Schwarze« Perspektiven auf Deutschland um 1900

3.1 J.C. Nayo Bruce

Der Togoer J.C. Nayo Bruce (1859-1919) besucht als Kind eine Schule Bremer Missionare in Keta, hat Unterricht bei den Wesleyanern aus England in Accra und wird dort nach methodistischem Ritus auf den Namen »John Calvert« getauft.20 In einem Interview in der Kölnischen Zeitung von 1896, auf das in diesem Kapitel noch genauer eingegangen wird, sagt er über sich selbst:

Ich besitze viel Land. Mein Vater war Händler und Häuptling, oder, wie man bei den Weissen sagt, König von Togoland, und als er starb, folgte ich ihm auf den Thron. Ich habe etwa 2000 Menschen unter meiner Herrschaft.21

Bruce hat folglich eine hohe soziale Stellung und bereits sehr früh Kontakt mit der westlichen, christlichen Kultur. Er lernt lesen, schreiben und erwirbt Kenntnisse der europäischen Umgangsformen. Bruce spricht Ewe, Mina, Twi, Kwa, Yoruba, Englisch und Deutsch, arbeitet als Dolmetscher, politischer Agent der deutschen Kolonialverwaltung und begleitet den Linguisten Rudolf Prietze bei sprachwissenschaftlichen Feldforschungen im Ewe-Gebiet am Togosee.22

Der Vorschlag, zur Kolonialausstellung nach Berlin zu reisen, kommt von Bruce persönlich. Im Juli 1895 bittet er den damaligen Gouverneur, vierzig Personen nach Berlin zu schicken: »ein[en] Netzmacher, ein[en] Goldschmied, vierzehn Krieger, zwanzig junge Tänzerinnen und namentlich sein[en] Neffe[en] Kuevi Gabba.«23 Auffällig hierbei ist, dass die Hälfte der Reisenden »zwanzig junge Tänzerinnen« sein sollen. Bruce scheint hier wohlwissend einzukalkulieren, »wie das deutsche Bild des Schwarzen mit der Fantasie von schwarzer Sexualität assoziiert wird.«24 Ausgehend von der These, dass Bruce eine Vorstellung oder gar Wissen davon hat, was auf den Kolonialausstellungen gefragt ist, und ausgehend von der Tatsache, dass er aktiv darum bittet nach Berlin zu reisen, lässt eine planvolle Intention bei Bruce vermuten. Auch sein Verhandeln bezüglich des Kostenvoranschlags25 , der Reisebedingungen26 und der Spesen27  lässt ein unüberlegtes Handeln unwahrscheinlich wirken. Viel eher lässt sich sein Verhalten als das eines wohl kalkulierenden Geschäftsmannes interpretieren.

Diese Deutung wird durch das Interview bestätigt, das Bruce am 11. Oktober 1896 der Kölnischen Zeitung gibt und mit Hilfe ausgewählter Zitate im Folgenden genauer analysiert werden soll.

Ich habe etwa 2000 Menschen unter meiner Herrschaft, und diese Leute will ich zivilisieren, soweit es in meiner Macht steht. Deshalb habe ich meine Tochter hierher in die Schule geschickt; ich will hier darum bitten, dass man sie Schullehrerin werden lässt, dann soll sie in Togoland die Kinder unterrichten und die Zivilisation verbreiten. Auch meine andern Kinder sollen eine vollständig europäische Erziehung erhalten und nicht so halbzivilisiert bleiben, wie ich es bin.28

In diesem Zitat werden die in der Einleitung thematisierten binären Oppositionen deutlich. Bruce würdigt die afrikanische Kultur als unzivilisiert herab und äußert den Wunsch, dies mit Hilfe europäischer Bildung zu ändern. Er sagt, dass er gekommen sei, um für eine Ausbildung für seine Tochter zu »bitten«, was ein Indiz für die Rolle des Unterworfenen ist, in der er sich präsentieren will. Es ist bemerkenswert, dass Bruce um Bildung und Karrierechancen für eine schwarze Frau bittet, was im Sinne der um 1900 vorherrschenden Geschlechter- und Rassenrollen als eine ungewöhnliche Bitte verstanden werden kann.29 Bruce behauptet, er möchte Bildung für seine Tochter, damit diese anschließend nach Afrika zurückkehren könne, um analog zur bereits angedeuteten kolonialen Rechtfertigungslogik die ›Zivilisation‹ in Togo ›verbreiten‹ zu können. Diese Aussage bestärkt und rechtfertigt die europäische Kolonisationspolitik insofern, als dass eine europäische Ausbildung als wertvoller dargestellt wird als eine afrikanische, vor allem wenn die Aussage wie hier aus der Perspektive eines Kolonisierten zu hören ist. Sie drückt zugleich aber auch aus, dass Togoer und Togoerinnen für ihre Bildung selbstständig Verantwortung tragen wollen, statt sie nur von den deutschen Missionierenden zu empfangen. Ein klares Indiz für Selbstbestimmtheit, trotz des offen ausgesprochenen Zugeständnisses binärer Oppositionen. Im weiteren Verlauf fügt Bruce noch hinzu: »Die Zivilisation ist etwas sehr Grosses, und wer sie unter uns zu verbreiten sucht, dem schulden wir den grössten Dank.«30 Er macht außerdem deutlich, dass selbst sein hoher Status in Afrika immer noch ein niedrigerer als der des europäischen Publikums sei.

Den Wunsch, europäische Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten für sein Volk zu ermöglichen, bestärkt Bruce im weiteren Verlauf des Interviews. Auf die Frage, ob seine Untertanen Heimweh hätten, antwortet er: »Oh nein. Fast niemand. Viele möchten gerne hier bleiben und das Handwerk, das sie zu Hause treiben, hier noch besser lernen.« Die Ambitionen für sein Volk gehen auch über die handwerklichen Berufe hinaus:

Den jungen Leuten, die ich hierher mitgebracht habe, genügt es ja, ein Handwerk zu lernen, aber vielen anderen nicht. Viele möchten wirklich studieren: die Rechte oder Medizin. Wir wollen schwarze Advokaten und Ärzte haben.31

Bruce sieht die europäische Kultur als die fortschrittlichere an und fordert selbstbewusst, dass sein Volk von dieser ›Zivilisation‹ profitieren soll. Daher möchte er, dass seine Untertanten europäische Bildung erwerben und nach Togo bringen, um dort westliche Kultur zu verbreiten. »… ich will alles tun, um meinen Landsleuten vorwärts zu helfen.«32 Er verfolgt also ein klares Ziel, das auf Interesse am Fortschritt seines eigenen Volkes begründet zu sein scheint und ihn auch nicht vor Selbstdegradierung zurückschrecken lässt.

Ergänzend muss hinzugefügt werden, dass Bruce die Rolle des unterwürfigen Untertanen jedoch nicht konsequent und bedingungslos annimmt. Wenige Ausnahmen wie der Widerstand gegen die Vermessung der Togoerinnen durch den Anthropologen Prof. Felix von Luschan zeigen, dass Bruce sich nicht nur stets seines Handelns bewusst war, sondern auch selbstbewusst Handlungsmacht ausübte.33

Bruce redet offen von seinen Eindrücken, seinen Plänen und äußert sogar Wünsche und Forderungen. Das tut er jedoch bewusst aus einer ergebenen und unterlegenen Rolle. Es ist denkbar, dass er glaubt, auf diesem Wege seine Chance auf Gehör bei der Kolonialmacht steigern zu können. Seine Intention nach Deutschland zu kommen und sein Verhalten vor Ort lassen sich als wohl kalkuliert und gewinnorientiert bewerten. Das Auftreten des Hereros Friedrich Maharero unterscheidet sich hingegen sowohl in der Intention als auch damit verbunden im Verhalten von Bruce.

3.2 Friedrich Maharero

Genau wie Nayo Bruce wird auch Friedrich Maharero im Jahr 1896 zur Ersten Deutschen Kolonialausstellung gebracht. Der Sohn von Samuel Maharero, seines Zeichens »Oberhäuptling« der Herrero, kommt als Zweiundzwanzigjähriger zusammen mit vier weiteren Herero aus der Kolonie Deutsch-Südwestafrika nach Berlin.34 Sie sollen dort »wie die übrigen ›Schauneger‹ […] ihr traditionelles Leben vorführen, will heißen, vor ethnographischer Kulisse dörfliches Leben entfalten oder ihren Handwerkskünsten nachgehen.«35 Im Gegensatz zu Bruce präsentieren Maharero und die übrigen Herero-Statisten sich jedoch nicht als ›exotische Wilde‹ und kommen den Vorstellungen und Wünschen der Ausstellungsleitung selbstbewusst nicht nach. Sie tragen klassische Herrenanzüge statt der »heidnischen Herero-Trachten«, weil sie das, so ihre Argumentation, als getaufte Christen in einen Konflikt mit ihren religiösen Überzeugungen bringen würde.36 Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel für einen Konflikt, den der postkoloniale Literaturwissenschaftler Homi K. Bhabha als Mimikry bezeichnet: »a subject of a difference that is almost the same, but not quite«.37 Friedrich Maharero hat das Erscheinungsbild und die Werte der Kolonisatoren angenommen und übt nun aus einer selbstbewussten Position Handlungsmacht aus. Weil zu »vermuten ist, dass die Südwestafrikaner damit das Bedürfnis der Besucherscharen nach Exotik wohl nicht befriedigt haben werden«, zeugt diese Begebenheit »von dem Konflikt zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung«.38 Der damalige stellvertretende Direktor des Berliner Völkerkunde-Museums, Prof. Felix von Luschan, gibt seiner Überraschung über diesen »Konflikt zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung« die folgenden Worte: »Ich möchte allerdings bezweifeln, dass alle Herero einen so durchaus vornehmen Eindruck machen und so vollendet gentleman-like auftreten, wie die, welche wir in Treptow gesehen haben«.39 Deutlich wird, dass Maharero keinesfalls den gewünschten Stereotypen und Erwartungen entspricht und sich ihnen selbstbewusst verweigert. Dieses Verhalten lässt sich auf seine Gründe nach Deutschland zu kommen zurückführen.

Mahareros Intention in dem Deutschlandbesuch beschränkt sich nicht auf die Kolonialausstellung. Er und die anderen schwarzen Repräsentanten der Kolonie Deutsch-Südwestafrikas wollen »die Gelegenheit auch dazu nutzen, sich über Deutschland zu unterrichten und um diplomatische Verbindungen zu knüpfen.«40 Der spätere Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und Reichskanzler, Bernhard von Bülow, formuliert das Ziel des Besuchs der Herero in einem Brief an den Kaiser wie folgt:

Ausserdem möchte der Wortführer, welcher kürzlich in den Zeitungen gelesen hat, dass dem Landeshauptmann von Südwest-Afrika, Herrn Major Leutwein, zu grosse Nachsicht gegenüber den Hereros zum Vorwurf gemacht wird, Seiner Majestät aussprechen, dass der Landeshauptmann ihr volles Vertrauen besässe und ihren Charakter gut verstünde. Die Hereros erwarteten eine Versicherung, dass Seine Majestät gewillt sind, den Frieden mit ihnen zu halten.41

Friedrich Maharero ist vollends über die politische Situation informiert und besorgt. Er stellt selbstbewusst Forderungen. Diese bleiben jedoch ungehört und sein weiterer Lebensweg wird vor allem durch den großen Kolonialkrieg bestimmt, der 1904 bis 1907 in Deutsch-Südwestafrika wütet. In diesem Krieg haben sich die Herero und Nama gegen die deutsche Kolonialherrschaft erhoben. Dieser Aufstand wird von den »Schutztruppen« blutig niedergeschlagen. Die Konsequenzen für Maharero und die restlichen Überlebenden dieses Völkermordes sind die Flucht oder die Einweisung in Konzentrationslager und anschließende Zwangsarbeit.42 Die Herero leiden also unmittelbar unter den Folgen grausamer Kolonialherrschaft. Spätestens von diesem Zeitpunkt an ist »seine Disposition gegenüber Deutschen von seiner Erfahrung der Flucht vor Verfolgung im deutsch-kolonialen Raum und seiner Position vollständiger Ohnmacht gekennzeichnet.«43 Selbstbewusst hält er bis zu seinem Tod an seiner unversöhnlichen Haltung gegenüber den Deutschen fest.44 In einem Interview mit dem Briten Michael Scott am 14. Juli 1947 in Botswana, wohlbemerkt fünfzig Jahre nach seinem Berlinbesuch und dreiundvierzig Jahre nach demVölkermord an den Herero, macht er seine Position deutlich:

Die Deutschen haben uns bekämpft und unser Land weggenommen. Dies ist der Grund, warum sie nichts Gutes in uns sehen wollten. Sie bekehrten uns zum Christentum, aber wollten uns keine weitere Ausbildung geben oder uns dabei helfen, voranzukommen. […] Die Herero haben überhaupt nichts von ihnen gelernt außer dem Wort ›Gott‹. Die Deutschen haben die Herero gefürchtet. Sie wollten nicht, dass sie lernen und sich weiterentwickeln, so wie wir es heute wollen.45

Mahareros Meinung nach wird den Herero eine Chance auf Bildung von den Deutschen bewusst und aus ›Furcht‹ verwehrt, was den bereits thematisierten Zivilisationsgedanken der westlichen Welt in Afrika untergräbt. Die deutsche Kolonialmacht will seiner Ansicht nach keinesfalls ›gleiche und zivilisierte‹ Mitbürger, sondern handelt stattdessen rücksichtslos und nur für den eigenen Profit: reflektierend »identifiziert Maharero die deutschen ökonomischen und politischen Interessen am Gebiet und Besitz der Herero und die Militäraktionen, die diesen Interessen Nachdruck verliehen«.46 Eine Aufhebung der kolonialen Machtstrukturen würde die Verfolgung dieser Interessen nicht möglich machen. Daher verwehren die Deutschen, so Maharero, den Hereros aus ›Furcht vor Gleichheit‹ die Chance auf Bildung. Seiner Meinung nach ist die damalige deutsche Kolonialpolitik gekennzeichnet von brutaler und bewusster Unterdrückung und keinesfalls von progressiven Zivilisationsbestrebungen oder Chancen für die Herero. Im Vergleich zu Bruce verursachen seine unterschiedlichen Intentionen und Erfahrungen auch ein unterschiedliches Auftreten, wie das folgende Kapitel genauer analysieren soll.

3.3 Vergleich zwischen Bruce und Maharero

Für beide Beispiele ist festzuhalten, dass die Subalternen sprechen können, da sowohl Bruce als auch Maharero eine öffentliche Stimme für sich beanspruchen.47 Ihre öffentliche Selbstwahrnehmung ist jedoch eine völlig unterschiedliche. Bruce versetzt sich mit wenigen Ausnahmen selbst, wenn auch aus Kalkül, unterwürfig in die Rolle des unterlegenen Untertanen, der der deutschen Besatzungsmacht sowohl in kultureller als auch intellektueller Hinsicht unterlegen ist. Bei Maharero hingegen ist kein Einverständnis mit diesen binären Oppositionen erkennbar. Er stellt selbstbewusste Forderungen und wendet sich dabei sogar an den Kaiser persönlich. Er versteht sich anscheinend nicht als Untertan, sondern möchte auf Augenhöhe mit dem Kaiser über seine politischen Forderungen verhandeln. Bruce und Mahaero erleben beide die Erfahrungen der Völkerschauen. Während Bruce, wenn auch berechnend, die für ihn vorgesehene Rolle größtenteils und profitorientiert annimmt und aus dieser heraus zu agieren versucht, wehrt sich Maharero gegen die Einlösung der Erwartungen des Publikums und der Veranstaltenden.

Während Bruce in Deutschland ein gewisses Maß an Selbstbestimmung aushandeln kann, sieht sich Maharero »im kolonialen Konfliktraum Deutsch-Südwestafrikas bald nach seiner Heimkehr allen persönlichen und kollektiven Einflusses beraubt.«48 Als Opfer von Ausschreitungen, die von den deutschen Machtinteressen und dem Mechanismus der kolonialen Inklusion und Exklusion bestimmt werden, ist die einzige für ihn übrig bleibende Subjektposition jene der absoluten Verweigerung und Gegnerschaft.49 Bruce hingegen tourt noch zwanzig Jahre nach der Ersten Deutschen Kolonialausstellung in dieser Rolle durch Europa, was seine andere und von Hoffnung auf Verbesserung geprägte Einstellung zum kolonialen Diskurs in der contact zone Deutschland verdeutlicht.

Wie bereits erwähnt, versucht Bruce durch taktisches und vorsichtiges Vorgehen trotz seiner Position der Abhängigkeit innerhalb des von ungleicher Machtverteilung gekennzeichneten kolonialen Raumes zu überleben oder sogar voranzukommen, was unter anderem in seinem Wunsch nach Bildungsmöglichkeiten deutlich wird, während Maharero sich der Verbitterung und dem Hass gegenüber der Kolonialmacht ergibt.50 Gründe hierfür sind sicherlich das Scheitern seiner diplomatischen Forderungen und seine grausamen Erfahrungen im Kolonialkrieg.

4. Fazit

Der Artikel zeigt, dass »schwarze« Perspektiven auf Deutschland um 1900 selten, unterschiedlich und komplex sind. Individuelle Intentionen und Erfahrungen führen zu unterschiedlichem Auftreten, vor allem in Bezug auf die Darstellung des Selbst und die Darstellung des Verhältnisses zu Deutschland. Die wenigen »schwarzen« Perspektiven sind eine notwendige, bereichernde und nicht zuletzt oftmals gegensätzliche Ergänzung zu den vielen »weißen« Perspektiven in der deutschen Kolonialliteratur.

Diese raren öffentlichen Stimmen von Umkehrperspektiven aus der Kolonialzeit sind ein essentieller Bestandteil für das Verständnis, die Reflexion und die Aufarbeitung von der deutschen Geschichte. Ihre Themen von Rassismus, Unterdrückung und Gewalt haben (leider) bis zum heutigen Tag an Aktualität nicht verloren. Sich ihrer Dringlichkeit bewusst zu sein, ist das oberste Ziel dieses Artikels.

Literaturverzeichnis

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»Meine Tochter […] soll alles lernen, was die weissen Mädchen lernen…« »Schwarze« Perspektiven auf Deutschland um 1900 von Josch Lampe ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

  • 1. Rea Brändle: Nayo Bruce. Geschichte einer afrikanischen Familie in Europa. Zürich 2007, S. 15.
  • 2. Auch: Orientalism: eine Wissenserstellung eines »Orientbildes« durch die westliche Welt. Ziel hierbei ist die Erstellung eines Gegenbildes zur eigenen Kultur. Siehe dazu: Edward W. Said: »From Orientalism«. In: Laura Chrisman u. Patrick Williams (Hg.): Colonial Discourse and Post-Colonial Theory. A Reader. New York 1994, S. 132–149.
  • 3. Katharina von Hammerstein: »›Ein segenspendendes Werk zur Ehre der deutschen Nation.‹ Vorschlag einer Lesart von Frieda von Bülows kolonial-nationalistischen Aufzeichnungen aus Deutsch-Ostafrika.« In: Dies. (Hg.): Frieda von Bülow. Reisescizzen und Tagebuchblätter aus Deutsch-Ostafrika. Berlin 2012, S. 11–54, S. 11.
  • 4. Ebd.
  • 5. Katharina von Hammerstein: »›Subalterne konnten sprechen.‹ (Dis-)Positionen von Afrikaner-Innen und Afro-Amerikanern in und zu Deutschland und Österreich des 19. Jahrhunderts.« In: Carlotta Maltzan (Hg.): Acta Germanica. German Studies in Africa 41. Frankfurt/M. 2013, S. 23–39, S. 24.
  • 6. Maharero nach Joachim Zeller: »Friedrich Maharero. Ein Herero in Berlin.« In: Ulrich van der Heyden u. Joachim Zeller (Hg.): Kolonialmetropole Berlin. Eine Spurensuche. Berlin 2002, S. 206–211, S. 211.
  • 7. von Hammerstein: »›Subalterne konnten sprechen‹« (Anm. 5), S. 24.
  • 8. Ebd., S. 24, siehe dazu auch: Katharina von Hammerstein: »›Dem edlen Männer-Auge ein Bild…‹ Ambivalenz der anti/kolonialen Repräsentation in Peter Altenbergs Ashantee.« In: Marianne Bechhaus-Gerst u. Sunna Gieseke (Hg.): Koloniale und postkoloniale Konstruktionen von Afrika und Menschen afrikanischer Herkunft in der deutschen Alltagskultur. Frankfurt/M. u.a. 2006, S. 131–142.
  • 9. Ebd., S. 24, siehe dazu auch: Katharina von Hammerstein: »›Dem edlen Männer-Auge ein Bild…‹ Ambivalenz der anti/kolonialen Repräsentation in Peter Altenbergs Ashantee.« In: Marianne Bechhaus-Gerst u. Sunna Gieseke (Hg.): Koloniale und postkoloniale Konstruktionen von Afrika und Menschen afrikanischer Herkunft in der deutschen Alltagskultur. Frankfurt/M. u.a. 2006, S. 131–142.
  • 10. Siehe dazu: Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz: (ECRI)-Bericht über Deutschland, 25.02.2014. http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Europarat_Dokumente/ECR... (zuletzt eingesehen am 08.11.2014).
  • 11. Vgl. Mary Louise Pratt: Imperial Eyes. Travel Writing and Transculturalism. New York 1992, S. 4.
  • 12. Modelle wie diese sind nicht zuletzt auch schlichtweg auf den Versuch einer Legitimation europäischer Kolonialpolitik im 19. Jahrhundert zurückzuführen. Siehe dazu: Andreas Eckert: Rechtfertigung und Legitimation von Kolonialismus, 23.10.2012. http://www.bpb.de/apuz/146975/rechtfertigung-und-legitimation-von-kolonialismus?p=all (zuletzt eingesehen am 09.11.2014).
  • 13. Joachim Zeller: »Nicht nur ›weiß‹. Das afrikanische Berlin. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg«. In: Oumar Diallo u. Joachim Zeller (Hg.): Black Berlin. Die deutsche Metropole und ihre afrikanische Diaspora in Geschichte und Gegenwart. Berlin 2013, S. 31–60, S. 36.
  • 14. Ebd., S. 36f.
  • 15. Vgl. ebd., S. 40f.
  • 16. Deutsches Historisches Museum: Afrikanische Spuren in Berlin. 11. Treptow: Die Deutsche Colonial-Ausstellung von 1896 im Treptower Park, N.d. http://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/namibia/stadtspaziergang/treptow.htm (zuletzt eingesehen am 09.11.2014).
  • 17. Vgl. ebd.
  • 18. Vgl. Zeller: »Nicht nur ›weiß‹« (Anm. 13), S. 38f.
  • 19. Vgl. ebd., S. 40.
  • 20. Vgl. Brändle: Nayo Bruce (Anm. 1), S. 12.
  • 21. Ebd., S. 17.
  • 22. Vgl. ebd., S. 12.
  • 23. Ebd., S. 12.
  • 24. Sander L. Gilman: »Schwarze Sexualität und modernes Bewusstsein in Peter Altenbergs Ashantee.« In: Kristin Kopp u. Werner Michael Schwarz (Hg.): Peter Altenberg. Ashantee. Afrika und Wien um 1900. Wien 2008, S. 163–173, S. 163.
  • 25. »Demnach wären jeder Frau monatlich dreissig Mark zu bezahlen, den Männern je vierzig Mark, dem Neffen Garber das Dreifache und ihm monatlich hundertfünfzig Mark.« Brändle: Nayo Bruce (Anm. 1), S. 12f.
  • 26. Er verlangt »das Privileg, in einer Schiffskabine zweiter Klasse zu reisen statt auf offenem Deck wie gemeinhin die Neger.« Ebd.
  • 27. »Dazu kämen Auslagen für die Kostüme, Kulissen und Requisiten, freie Verpflegung und Unterkunft in Deutschland, zudem das Recht auf die Einnahmen aus dem Souvenirverkauf und freie Rückkehr nach Togo.« Ebd.
  • 28. Ebd., S. 17.
  • 29. Als (weißes) Gegenbeispiel zur damaligen Verteilung der Geschlechterrollen lässt sich hier unter anderem Else Sonnenberg anführen, die eine weniger emanzipierte Rolle einnimmt. Siehe dazu: Else Sonnenberg: Wie es am Waterberg zuging. Ein Originalbericht von 1904 zur Geschichte des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika. Braunschweig 2004.
  • 30. Brändle: Nayo Bruce (Anm. 1), S. 17.
  • 31. Ebd., S. 15f.
  • 32. Ebd., S. 18.
  • 33. Vgl. ebd.
  • 34. Zeller: »Friedrich Maharero« (Anm. 6), S. 206.
  • 35. Ebd., S. 207.
  • 36. Vgl. ebd.
  • 37. Homi K. Bhabha: The Location of Culture. London, New York 1994, S. 122.
  • 38. Zeller: »Nicht nur ›weiß‹« (Anm. 13), S. 40.
  • 39. Zeller: »Friedrich Maharero« (Anm. 6), S. 208.
  • 40. Ebd.
  • 41. Ebd.
  • 42. Vgl. ebd., S. 209.
  • 43. von Hammerstein: »›Subalterne konnten sprechen.‹« (Anm. 5), S. 31.
  • 44. Vgl. Zeller: »Friedrich Maharero« (Anm. 6), S. 211.
  • 45. Ebd.
  • 46. von Hammerstein: »›Subalterne konnten sprechen.‹« (Anm. 5), S. 31.
  • 47. Vgl. ebd., S. 32.
  • 48. Ebd.
  • 49. Vgl. ebd.
  • 50. Vgl. ebd., S. 28.